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Warum ich gerne Dinge baue

6. März 2026Robert3 min read
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Ich war vielleicht zwölf, als ich das Radio meiner Eltern auseinandergenommen hab. Nicht weil es kaputt war; es hat einwandfrei funktioniert. Ich wollte einfach unbedingt wissen, was da drin ist. Ich seh noch heute das Gesicht meines Vaters vor mir, als er mich umringt von Schrauben, Kondensatoren und einem sehr zerlegten Radio gefunden hat. Das Ding hat danach nie wieder richtig funktioniert. Aber ehrlich? Ich würd's sofort wieder tun, weil ich an diesem Nachmittag etwas gelernt hab, was mir kein Klassenzimmer je beigebracht hat: Dinge auseinandernehmen, um sie zu verstehen, ist eines der befriedigendsten Gefühle überhaupt.

Dieses Gefühl ist nie weggegangen. Es ist nur von Radios zu Code gewandert.

Die Freude am Tüfteln

Ich war mein ganzes Leben lang ein Bastler. Aus den Radios wurden als Teenager furchtbare PHP-Skripte, wir reden hier von Anfang der 2000er, "warum sieht diese Seite in jedem Browser anders aus"-PHP. Und jetzt, als Erwachsener, krieg ich immer noch diesen kleinen Kick, wenn ein Stück Code endlich an seinen Platz fällt. Es ist wie das letzte Puzzleteil, nur dass du das Puzzle selbst entworfen hast und die Hälfte der Teile auf dem Kopf lagen.

Die besten Projekte, an denen ich je gearbeitet hab, sind nicht die beeindruckend klingenden. Es sind die, bei denen ich komplett die Zeit vergessen hab. Kennst du diese Nächte, wo du vom Bildschirm hochschaust und plötzlich ist es 2 Uhr morgens, du kämpfst seit drei Stunden mit einem CSS-Problem, dein Kaffee ist eiskalt, und du denkst "okay, aber was wenn ich noch eine Sache probiere"? Das ist das gute Zeug.

Warum der Prozess zählt

Im Job hab ich gelernt, in Ergebnissen zu denken. Ausliefern, Impact messen, iterieren, wiederholen. Und klar, das ist wichtig. So baut man Sachen, die Leute wirklich nutzen.

Aber persönliche Projekte? Die laufen mit ganz anderem Treibstoff. Die laufen mit Neugier. Was passiert, wenn ich diesen komischen Ansatz probiere? Was, wenn ich diese zwei völlig unterschiedlichen Ideen zusammenwerfe? Was, wenn ich ein ganzes Wochenende damit verbringe, etwas zu bauen, das absolut niemand verlangt hat?

Einige meiner liebsten Ideen sind genau so entstanden. Nicht weil ich mich mit Ziel und Zeitplan hingesetzt hab, sondern weil ich an einem losen Faden gezogen und ihm gefolgt bin, wohin auch immer er ging. Es hat was Befreiendes, ohne Erwartungen zu bauen. Keine Stakeholder, keine Deadlines, kein "aber was ist der ROI?" Nur du und eine Idee und ein Texteditor.

Öffentlich bauen

Dieser persönliche Blog ist Teil genau dieses Spirits. Ich wollte eine Ecke im Internet, wo ich über alles schreiben kann, was mir durch den Kopf geht: Sachen über Technologie, zufällige Lebensbeobachtungen, Bücher die hängengeblieben sind, Orte durch die ich gewandert bin. Die Art von Dingen, die nicht in einen Firmenblog oder LinkedIn-Post passen.

Nicht alles muss eine "Content-Strategie" sein. Manchmal hat man einfach einen Gedanken im Kopf und will ihn irgendwo ablegen. Das reicht als Grund.

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