Eine Website per iMessage bauen: So haben wir es gemacht
Eine Website per iMessage bauen: So haben wir es gemacht
Stell dir vor, du liegst auf der Couch, tippst eine Nachricht ins Handy, und fünf Minuten später ist ein neues Feature auf deiner Website live. Klingt nach Zukunftsmusik? Das ist unser Alltag. Die Website, die du gerade liest, wurde fast komplett per iMessage gebaut.
Das Setup
Ich sag's nochmal, weil es sich absurd anhört: Die heimdall.engineering Website wurde per Textnachrichten gebaut. Nicht Slack. Nicht Jira-Tickets. Nicht stundenlange VS Code Sessions. Sondern iMessage. Ja, die App, mit der du normalerweise Memes und "Bin in 5 Minuten da"-Nachrichten verschickst.
Der Stack dahinter: Ein Mac Mini steht bei mir in der Wohnung und läuft OpenClaw, ein Open-Source-Tool, das iMessage mit KI-Modellen verbindet. Wenn ich eine Nachricht sende, nimmt OpenClaw sie entgegen, analysiert sie mit einem KI-Modell und löst Claude Code aus, Anthropics Coding-Agent, um umzusetzen, was auch immer ich haben will. Das Ergebnis wird auf GitHub gepusht, Vercel schnappt sich die Änderung und die Seite ist aktualisiert. Alles über eine simple Textnachricht.
Wie es tatsächlich funktioniert
Der Workflow ist fast schon lächerlich einfach. Ich tippe sowas wie "Füge einen Dark-Mode-Toggle in die Navbar ein" oder "Schreib einen Blogbeitrag über KI-Zusammenarbeit." OpenClaw empfängt die Nachricht, gibt sie zur Analyse an ein Modell weiter und übergibt die Aufgabe dann an Claude Code, das auf dem Mac Mini läuft. Claude Code liest die Codebase, macht die Änderungen, baut das Projekt, committet auf GitHub, und Vercel deployed automatisch.
Die gesamte Schleife, vom Absenden einer Nachricht bis zur Live-Änderung, dauert Minuten. Bei kleinen Anpassungen manchmal nur Sekunden. Das ist der Punkt, an dem Besucher normalerweise ungläubig gucken.
Was wir damit alles gebaut haben
Ehrlich gesagt? Alles. Die komplette Next.js-Website mit:
- Zweisprachige Inhalte: Vollständige Deutsch- und Englisch-Unterstützung mit Sprachumschaltung
- Dark Mode: Systembasiertes Theme-Umschalten
- Blog-Plattform: Die, die du gerade liest, mit Markdown-Rendering und Giscus-Kommentaren
- Animationen: Flüssige Seitenübergänge und Scroll-Effekte
- SEO-Optimierung: Meta-Tags, Open Graph, strukturierte Daten
- Lese-Fokus-Modus: Ablenkungsfreies Lesen für Blogbeiträge
Jedes einzelne Feature wurde per iMessage angefragt und von Claude Code umgesetzt. Kein einziges Mal hab ich dafür eine IDE aufgemacht.
Die Automatisierungsebene
Aber es geht noch weiter, weil warum aufhören, wenn's gerade so gut läuft? Wir haben automatisierte Routinen eingerichtet, die komplett ohne menschliches Zutun laufen:
- Tägliche Traffic-Reports: Jeden Morgen bekomme ich eine Zusammenfassung der Website-Analytics per iMessage. Besser als jeder Newsletter.
- Feature-Research-Zyklen: Alle 3 Stunden recherchiert das System Trending-Themen und schlägt neue Features oder Blogbeiträge vor
- Nächtliche Verbesserungen: Automatisierte Code-Qualitäts-Sweeps, Performance-Optimierungen und Dependency-Updates. Passiert alles, während wir schlafen.
- Automatisierte Backups: Regelmäßige Snapshots, damit nichts verloren geht
Der Mac Mini schläft nie. Er ist quasi ein unermüdlicher Junior-Entwickler, der nachts und am Wochenende durcharbeitet, und sich nie über Scope Creep beschwert. Traumkollege, ehrlich gesagt.
Warum das so gut funktioniert
Die eigentliche Erkenntnis ist gar nicht die Technologie, sondern das Kommunikationsmuster. Klassische Entwicklung heißt ständig Kontextwechsel: Laptop aufklappen, IDE starten, die neusten Änderungen pullen, sich erinnern wo man aufgehört hat, Kaffee holen, nochmal von vorne anfangen. Mit iMessage gibt es null Reibung.
Eine Idee kommt dir in der Bahn? Tipp sie ab. Ein Tippfehler fällt dir am Handy auf? Kurze Nachricht. Du willst mit einem neuen Feature experimentieren während du morgens Kaffee machst? Einfach losschreiben.
Das beseitigt den größten Engpass in der Solo-Entwicklung: die verdammte Lücke zwischen "Ich hab eine Idee" und "Die Idee ist umgesetzt".
Das große Ganze
Kleine Ehrenrettung: Wir behaupten nicht, dass jeder so Software bauen sollte. Komplexe Enterprise-Systeme brauchen ordentliche Prozesse, Code-Reviews und Architektur-Diskussionen. Klar. Aber für eine Firmenwebsite, einen Blog, ein Portfolio? Die Kombination aus natürlicher Sprachkommunikation und KI-Coding-Agenten ist absurd effektiv.
Die Zukunft der Entwicklung dreht sich nicht um bessere IDEs oder schnellere Build-Tools. Es geht darum, die Distanz zwischen Absicht und Umsetzung auf null zu bringen. Wir machen das zufällig über dieselbe App, mit der wir auch Memes verschicken. Und irgendwie passt das perfekt.
Wenn du etwas Ähnliches bauen willst, schau dir unseren Beitrag über den Aufbau eines KI-Kollegen für 30€/Monat an. Die Infrastruktur ist einfacher als du denkst.
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